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Frühling

Donnerstag, 10 Uhr morgens: Ich sitz auf meinem Bett und lass mir durch das offene Fenster die Sonne auf den nur in meiner Vorstellung vorhandenen Pelz brennen. Auf der Gitarre klimpernd und Kaffee trinkend grinse ich selig bis leicht idiotisch vor mich hin und denke über den Frühling nach, den ich heute offiziell für angebrochen erkläre. Frühling ist, wenn

- man keine Ritter Sport einfach so rumliegen lassen kann, weil die dann in der Sonne warm wird und schmilzt,

- sogar Matze sich aufrafft, um ne Runde laufen zu gehen (das hat eigentlich mehr mit der sich andeutenden Plautze zu tun),

- es auch noch um sieben Uhr abends möglich ist zu laufen,ohne dass man irgendwo in nen Graben rennt,

- man wieder den Ausdruck "abzwitschern" gebrauchen und das dann auch tun kann,

- man in seinem oberstudienratsmäßigen Anzug wieder aufpassen muss, vor versammelter Meute nicht unbedacht die Arme hochzureißen, um nicht die durch die Hitze entstandenen und völlig unoberstudienratsmäßigen Schweißflecken zu auf dem Präsentierteller darzubieten,

- und in allen dunklen Ecken der Schule wieder Schüler an allen dunklen Ecken andersgeschlechtlicher Körper herumfingern.

Außerdem kommt man auch witzige Ideen. In meiner elften Klasse habe ich heute jedem einen deutschen Namen verpasst, den sie bis zum Ende des Jahres behalten.

Liza ist jetzt Uschi, Grace und Gabriel sind Hänsel und Gretel, Joe ist Helmut, Laila ist Brunhilde, Melanie heißt ab sofort Waltraud, Morgaines Namen hab ich vergessen und Kate hört jetzt auf den schönen Namen Helga

 

 

27.3.08 17:52


Ich hab die letzte Stunde damit verbracht, einen Text über Braveheart und dessen Sozialversicherungsnummer zu schreiben. Ich fand den Text sogar richtig gut.

 Und dann erzählt mir Herr myblog, ich sei schon zu lange auf der Seite und ich hätt müsste mich wieder neu anmelden. Der Text is natürlich weg, den hat jetzt wahrscheinlich Herr Myblog und beeindruckt damit seine eigenen Freunde.

Ich muss jetzt schnell meinen Computer ausschalten, sonst beiß ich in den Bildschirm.

 

 

2.3.08 03:09


Learning by embarrassment

Ich bin als Lehrer hier überflüssig geworden, die Jungs auf meinem Flur unterrichten sich jetzt schon selbst. Gerade eben haben sie sich eine wichtige Lektion im Fach 'Sachen- rechtzeitig- gebacken -kriegen' erteilt, die sie hoffentlich nie nie nie wieder vergessen. Zu diesem nachhaltigen Lernerfolg haben sie sich der gleichsam simplen wie wirksamen Lernmethode "Learning by embarrassment" bedient. Hier kommt die Geschichte:

Seit mehreren Wochen wissen die Jungs, dass heute der sogenannte "winter carnival" stattfinden würde. Das bedeutet, dass heute keine Schule, sondern lauter lustige Spielchen im Schnee stattfinden würden. Außerdem sollte jeder Flur des Wohngebäudes sich unter Anleitung der beiden Zwölftklässler, die auf jedem Flur wohnen, irgendetwas Witziges ausdenken, das vor versammelter Schüler-/Lehrerschaft auf der Bühne zum Besten geben und bestenfalls den durchaus lachwilligen Mob zum Abfeiern bringen.

ich geh also Montag abend zu meinen Jungs und sach: "Jungs", sach ich, "ich muss mir mal euren Auftritt angucken, damit ich notfalls verhindern kann, dass ihr zu ausfallend werdet."

"...................................welchen Auftritt?"

Ich heb dir Augenbrauen, die Stirn wirft mindestens fünf große Falten, die Mundwinkel gehen nach unten, der Blutdruck steigt und die Milz fragt:" Soll ich mich auch ballen?"

Gerade eben so kratze ich noch die Kurve und bringe mich selbst zur Räson. "Bringt ja jetzt nix, die Kurzen anzupupen", denk ich noch, schnapp mir die bunte Tüte aus Mexikanern, Kanadiern, Deutschen, Koreanern und Taiwanern und steck alle zusammen in einen Raum.

"So, Jungs, wir kommen da nich raus, wir müssen übermorgen was auf die Bühne bringen können. Muss auch nich gut sein, Hauptsache witzig. Was wollt ihr denn machen?"

............................(gähn)..........(wegguck)...........(schweig).

"Nun gut, wir hätten folgende Möglichkeiten:.blablabla.... Was haltet ihr davon?"

.................(schweig).........(furz)........(rumrutsch).

Nach einer Stunde hatte ich endlich alle auf einen Nenner gebracht, die Jungs wollten sich einen witzigen Tanzbattle liefern, in dem die einzelnen Nationen sich widerspiegeln sollten. "Super Jungs, machen wir. Aber dann müsst ihr jetzt reinhauen, sonst steht ihr alle dumm auf der Bühne rum."

Ich setz mich also heute in die Aula und mich beschleicht schon so ein leicht ungutes Gefühl. Das Gefühl verstärkt sich, je näher unser Auftritt rückt und als unser Flur aufgerufen wird, rutsche ich in meinem Sessel schonmal n bisschen tiefer nach unten.

Nach der Ankündigung passiert erstmal nix. 1,2,3,4,5, dann kommt langsam ein Kanadier auf die Bühne geschlichen, guckt sich um und winkt die anderen auf die Bühne, die ihm nur widerwillig folgen. Sie stellen sich also in zwei Reihen gegenüber voneinander auf und warten. und warten. und warten.... nix passiert. Ich schließe das erste Mal die Augen.

"Jaaaaa, liebes Publikum, is gerade keine Musik da, aber wir regeln das und dann können die Jungs gleich nach dem nächsten Auftritt loslegen", kommt ihnen der Moderator zur Hilfe.

Die Jungs rennen von der Bühne, bevor ich  zweimal "Bockwurst" sagen kann. Fünf Minuten später kommt der erneute Aufruf an meinen Flur. Gleiche Aufstellung, dieses Mal ertönt Musik. Aber keiner tanzt. Oder nickt mit dem Kopf. Oder wippt mit dem Fuß. oder bewegt sich irgendwie. Schließlich nimmt sich besagter Kanadier ein Herz und wackelt einmal von der einen auf die andere Seite. Davon ermutigt fühlt sich auch ein Deutscher zu höchster Tanzperformance angestachelt und latscht mit hochgerissenen Armen quer über die Bühne. Ich merke, wie mein Kollege Henry mich von rechts anguckt. Dann lacht er und klopft mir auf den Oberschenkel. Auf der Bühne passiert derweil nix. Ein Mexikaner unternimmt nochmal einen Anlauf und hoppelt los. Auf halbem Weg überlegt er sich wohl, dass das eine Scheißidee war und dreht deshalb lieber um. Der Zwölftklässler winkt, daraufhin wird die Musik aus- und das Licht angestellt. Im Scheinwerferlicht und mit den Taschen voller Scham schleichen die Jungs in Richtung schützender Dunkelheit. Ungefähr sieben Leute können sich je drei trostspendende Klatscher abringen und Henri sagt über beide Wangen grinsend:"Dude, that was hilarious!!"

13.2.08 21:41


My girl, my girl......

Es ist kurz vor zwei Uhr nachts und ich bin in Bremen. Juli und ich haben in den letzten Tagen ein konsequentes Programm von elf Stunden Schlaf, spätnachmittäglichen Aktivitäten und einen anschließenden Mix aus viel Rotwein, vielen Zigaretten und langen und ergiebigen Gesprächen hinter uns gebracht. So auch heute, aber heute hat Juli Kopfschmerzen bekommen.

Meinem Glück tut das allerdings keinen Abbruch; Juli versucht einzudösen, ihr Kopf liegt auf meinen Oberschenkeln und ich gucke sie an und streichle ihr Haar. Aus den Lautsprechern quält Kurt Cobain sich und seine Stimme durch das unplugged- set, bis er schließlich zu "where did you sleep last night" ansetzt.

Schnell schenk ich nochmal Rotwein nach und zünde eine Zigarette an. Es folgt ein ganz großartiger Moment: Ich sitze auf dem Bett und wechsle zwischen meinem sanften, kopfstreichelnden und ganz leisen Glück und Kurts Schmerz und Verzweiflung, die von Wein und Zigarette unterstützt werden, hin und her und denke so bei mir, dass Glück und Verzweiflung eigentlich nur zwei ereignisreiche Sekunden und einen Blick auseinanderliegen. Zum Glück gehen solche Momente manchmal auch schön langsam vorbei.

Als sich Kurt Cobain artig für den Beifall bedankt wacht Juli auf, ich trinke schnell den letzten Schluck Wein, beuge mich runter und gebe ihr einen Kuss, der mit einem schläfrigen, aber ernstgemeintem Lächeln quittiert wird.

Solche großartigen Momente sollte man viel öfter haben!

2.1.08 05:04


Flipper

In einem Internat entwickeln bestimmte Dinge beinahe zwangsweise eine gewisse Eigendynamik. Dabei entstehen die beknacktesten Spiele, so wie Telefon-stille-Post und Flippen.

Das erste is eher nich das Problem, is auch nicht so spannend. Flippen hat sich jedoch zu einer regelrechten Sportart entwickelt und einige Jungs feilen nächtlich an ihrer Technik.

Die ganze Geschichte funktioniert so:

Man schnappt sich einen konidiotischen Kumpel und heckt zusammen einen Plan aus, welches arme Würstchen das gemeinsame Opfer sein soll. Dann stellt man sich je nach Ehrgeiz den Wecker auf 1 oder 3 Uhr nachts und schleicht zum Zimmer des Würstchens. Man schleicht leise rein, einer stellt sich ans Kopfende, der andere ans Fußende. Dann schiebt man vorsichtig die Hände unter des Würstchens Matratze. Auf Kommando heben beide
Spaßgeier die Matratze an und schmeißen zuerst das schlafende Opfer von der Matratze und dann die Matratze auf das inzwischen aufgewachte Opfer. Anschließend hat man genau einen Augenblick Zeit zum Kichern, bevor man im Eiltempo Abstand zwischen sich und dem Tatort legen muss. Das arme Würstchen hat keine Chance, denn wenn es erstmal unter der Matratze hervorgekrochen ist, sind die Übeltäter schon längst wieder in ihren Zimmern.

Man hat auch schon von Geschichten gehört, bei denen es nicht zwei, sondern acht Flipper waren oder das Würstchen nicht Richtung Wand, sondern in die andere Richtung geflippt wurde. In der anderen Richtung hat das Würstchen dann einen Meter freien Flug, bevor es auf den Boden platscht. Allerdings hat man auch schon gehört, dass einzelne Würstchen den Aufstand im Schlaraffenland geprobt und einen drumstick unter dem Kopfkissen aufbewahrt haben, um den beiden  Attentätern ordentliche blaue Flecken auf den Unterarmen zu bescheren.

Hört sich eigentlich ja ganz witzig an, isses auch, ich habs selbst mal an einem Nachmittag an einem Mexikaner ausprobiert, der sich zur Verfügung gestellt hat. Ich hätte auch nix dagegen einzuwenden, wenn mal jemand an seinem Geburtstag oder so geflippt würde. Wird jemand allerdings zwei Wochen am Stück jede Nacht geflippt, dann verliert die Sache n bischen an Leichtigkeit und Witz.

[Pause]

Kein Scherz, während ich dies hier geschrieben habe, wurde ein Junge auf meinem Flur geflippt. Ich habs nur poltern gehört und bin sofort rausgerannt, aber konnte keinen mehr erkennen.

Ab jetzt bin ich auf Jagd. Flipper must die!!!*

 

*im übertragenden Sinne 

3.12.07 05:00


yeaaaah buddy!

Haha,

ich hab gestern eine der gemeinsten Gemeinheiten begangen, die ich je begangen hab. Ich hab eine Terrorzelle geschaffen, einen Virus implantiert, bei einer Bombe auf den An-Schalter gedrückt!

Nun handelt es sich bei besagter Bombe nicht um eine richtige, sondern die zweijährige Tochter einer Kollegin. Gestern beim Abendessen hab ich ihr beigebracht, ununterbrochen

YEEEEAAAAAH BUDDDDDDDDY!!!!!

zu brüllen. Ich hab mich krankgelacht und alle anderen fandens auch ganz witzig. Heute komm ich ganz unschuldig mit meinen Lehrerbüchern unterm Arm und dem Lehrergang mit dem Lehrergesichtsausdruck in die Cafeteria gelatscht und was hör ich als erstes quer durch den ganzen Saal?

YEEEEAAAAAH BUDDDDDDDDY!!!!!

Die Mutter sitzt neben dem lebenden Megaphon und stiert mich komplett wahnsinnig und tierisch genervt an. Ich verkneife mir mehr schlecht als recht ein gehässiges Grinsen und setze mich zu den beiden. Das Kind hat den Spaß seines jungen Lebens und lacht und brüllt im Wechsel. Die Mutter fragt sich wahrscheinlich gerade, ob sie nur sich oder uns beide erschießen soll. Dann kommt sie zur Vernunft und zu der Entscheidung, sich erstmal einen Kakao zu genehmigen, bevor sie über Leben und Tod entscheiden würde. Sie steht also auf und zieht los. Ich lasse die Gedanken an den letzten Abend schweifen und denke an Dave Chapelle's Parodie auf Rick James.

Ich versuche noch, mich zu wehren und mir zu sagen, dass das jetzt wirklich zu weit gehen würde und hier eine gewisse Grenze überschritten würde, aber ich kann nichts machen. Im nächsten Augenblick sitze ich vor der kleinen Veronica und sage immer wieder:

HOLD MY DRINK, BITCH!!!

Anschließend hab ich lieber schnell n langen Schuh gemacht

27.11.07 05:57


Der Riese

Gerade in diesem Augenblick sitze ich in der Cafeteria und schwitze. Es ist Elternsprechtag und alle Lehrer haben sich ein Tischende ausgesucht, um Eltern zu empfangen. Ich hab mich so weit wie möglich in eine Ecke verzogen. Heute Nachmittag hab ich die Eltern der guten Schüler gehabt, das war ziemlich entspannt. Gleichzeitig bedeutet das, dass der dicke Klops mit den anstrengenden Eltern noch kommt. In diesem Fall ist der dicke Klops wirklich ein dicker Klops, zwei Meter groß, zwei Meter breit, rote Haare, große Poren vom Rauchen und ein extrem schweißauslösender Blick setzt sich auf den Stuhl gegenüber. Was die Situation noch verschärft ist, dass ich weiß, dass er ein hoher Politiker der Provinz ist, genauso wie sein Vater, sein Großvater und so weiter. Zudem ist er Mitglied des "Boards", was ihn quasi zu meinem Chef macht.

Ich hab ihn schon eine Weile beobachtet, wie er um meinen Tisch herumgetigert ist, die Hand seiner lächerlich klein wirkenden Frau in seiner Pranke vergraben. Wäre er ein Hund,

1. wäre er eine ganz unheimliche Mischung zwischen Rottweiler und einem dicken Dobermann

2. hätte er schon an allen Pfeilern seine Duftmarke hinterlassen, um seine Stellung als Alphatier klarzustellen. Wäre ich ein Krümel, wäre der Typ das Brötchen. Nein, eher das Brot. Das, das im Guiness Buch der Rekorde unter den Kategorien "das größte..." und "das tödlichste..." zu finden ist.

Also, er sitzt einen Meter vor mir, meine Schweißdrüsen arbeiten im Turbomodus und ich fange an, ihm zu erzählen, wie schlecht sein Sohn in der Schule ist und dass er unglaublich faul sei. Dabei grinse ich dümmlich. Der Vater sagt erstmal nix, atmet nur laut. Um die Pause nicht zu lang werden zu lassen, erzähl ich noch n kleinen Schwank, wie sein Sohn sich im Unterricht verhält und wie er immer mit dem Kopf auf dem Tisch meinen Ausführungen lauscht und nix versteht.

Der Riese richtet sich auf, atmet ein, hält den Atem an und ich seh, wie die Halsschlagader anschwillt. Mittlerweile hat er sich so weit aufgetürmt, dass ich komplett im Schatten sitze. Ich denk gerade schon darüber nach, ob ich vielleicht den ersten Schlag landen sollte, (nicht, um ihn zu verletzen, sondern zu überraschen und durch das Fenster ins Freie zu hechten), da birst es aus ihm heraus! Der Riese brüllt vor Lachen und hämmert mit der flachen Hand fast ein Loch in den Tisch:" So kenn ich meinen Sohn, der is genauso faul wie ich früher! Ich hatte früher auch mal Deutsch in der Universität, aber jetzt kann ich nichts mehr davon. Aber das ist ja auch schon lange her, muss so 25 Jahre her sein.........."

Ne Viertelstunde später steht der Riese auf und wir sind dicke Kumpels. Zum Abschied zerquetscht er mir kumpelmäßig die Hand. Dann stampft er mit seiner Frau an (besser: in) der Hand gen Ausgang und ich ziehe los, um mir einen Beruhigungskaffee zu holen. Mein Hemd ist durch und reif für die Wäsche. Das dümmliche Grinsen ist einem schmerzverzerrten, aber erlösten  Lächeln  gewichen.

15.11.07 01:28


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